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ausschließlich nach Vereinbarung

Brigitte Scholz

Am Lindenberg 27, 35463 Fernwald, Tel.: 0 64 04/2 08 98 87

Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

Francois de la Rochefoucauld

Lichtmess/Imbolc/Brigid

Ab Lichtmess wurde früher das heller werdende Licht genau beobachtet, und dazu sagte man „Licht messen“. Wir befinden uns zwar noch mitten im Winter, aber unaufhaltsam werden die Tage wieder länger. Wir können langsam ahnen, dass der Frühling nicht mehr weit ist.

Es ist eine erfrischende, reinigende und erneuernde Zeit.

Lichtmess ist das Fest der jungen Mondsichel, der jugendlichen und jungfräulichen Göttin.


Brigid (oder auch Imbolc) ist das Fest zur wirklichen Mitte des Winters. Im Jahreskreis befinden wir uns in der Zeit, in der die Tage wieder merklich länger werden, die Sonne deutlich an Kraft gewinnt und die Natur langsam wieder erwacht. Es ist die Zeit, in der die ersten Tiere aus dem Winterschlaf erwachen und die ersten Pflanzen aus der Erde sprießen. Das Leben in der winterlichen Kälte, Enge und Dunkelheit neigt sich jetzt erkennbar dem Ende zu, neues Leben beginnt. Es ist die Zeit des ersten Keimens. Bei den Kelten wurde dieses Fest „Imbolc“ genannt, was soviel bedeutet wie „im Schoß“. Zur Wintersonnenwende wurde das neue Licht (das neue Leben, das neue Kind) geboren, bis zu Imbolc durfte es im dunklen Schoße der Mutter heranreifen. Jetzt ist allerdings die Zeit gekommen, in der sich das Neue erstmalig erkennbar zeigt. Auch im Außen.


Das Fest ist der Göttin Brigid gewidmet. Sie ist die Göttin der Poeten, der Musiker, der Künstler und der Inspiration. Sie ist auch Göttin der Heilung und der Schmiedekunst und steht daher dem Feuer nahe. Weiter kommt ihr die Aufgabe als Patronin der Hebammen und Schutzgöttin der Gebärenden zu. Die Kraft der Brigid hält das Feuer am Brennen. Sie versorgt dadurch die Menschen mit Lebendigkeit und Mut. Ihr zu Ehren werden am Imbolc-Abend Kerzen entzündet, die ins Fenster gestellt werden und die ganze Nacht über brennen.


Der wichtigste Aspekt dieses Festes ist die Reinigung. Altes muss abgeworfen werden, damit Neues entstehen kann. So wurden früher Ställe und Wohnräume geputzt. Mensch und Vieh wurden mit Reisigbüscheln aus Haselnuss-, Weiden- und Birkenzweigen abgestrichen. Die Räume wurden mit reinigenden Kräutern wie Wacholder geräuchert. Wenn wir uns von den alten Lasten befreit haben, dann darf das Neue in uns wachsen. So ist die Zeit um Lichtmess auch die Zeit für die Konkretisierung neuer Wünsche und Ziele. Der Keim in uns darf zu wachsen beginnen, damit er später auch blühen und Früchte tragen kann.


Themen zum Fest:

Wovon möchte ich mich reinigen? – Was muss ich loslassen?

Welcher neue Keim möchte in mir wachsen?

Visionen und Ziele fürs neue Jahr. Was gibt mir Kraft und Energie fürs kommende Jahr?


Eines meiner Lieblingsfeste im Jahreskreis ist Lichtmess, weil dieses Fest mit der dreieinigen (!) Göttin Brigid in Verbindung gebracht wird. Brigid ist eine sehr alte, dreifaltige Göttin und wurde noch zu Zeiten des römischen Reiches in dreifacher Gestalt angeredet. Auch eine aus Cornwall überlieferte magische Zauberformel beschwört Brigid in drei Personen und stellt sie an die streitbare Schwelle zwischen Feuer und Frost, was deutlich auf den Kampf zwischen den Jahreszeiten hinweist:


Drei Frauen kamen von Ost,

eine mit Feuer, zwei mit Frost.

Heraus mit dir, Feuer, und hinein mit dir, Frost.


Brigid ist eine mächtige Göttin der Heilkunst und wurde auf den Hebriden als Schutzherrin der Geburt verehrt. Sie ist aber auch Göttin der Schmiede– und der Dichtkunst („Verse schmieden“). Brigid wurde von der Kirche heilig gesprochen. Lieber eine Heilige verehren lassen als eine heidnische Göttin. Aus Brigid wird Bridgit oder Brigitte/a. In den Geschichtsbüchern wird sie als Nonne verewigt, die ein Kloster in Kildaere gegründet haben soll. Witzigerweise ist genau dieses Kloster wegen seiner Heilungswunder und Fruchtbarkeitsmagie bekannt.


Diese keltische Göttin hat in vielen Gestalten und Namen überlebt: Brighid, Brigit, Brigid, Bhride, Bride, Briga, Briganda, als Heilige Brigitte im Christentum, als Brigantia im Angelsächsischen, als Bride in Schottland, als Brigandu in der keltischen Bretagne.

Ihr Name weist auf ihre Verbindung zum Feuer hin: Brigid kommt wahrscheinlich von breo-saighit oder breo-agit, was leuchtender Pfeil oder brennender Pfeil bedeutet.

In Brigid steckt auch bright (das englische Wort für strahlend, hell).

Der Name Briganda wiederum bedeutet die Erhabene und in ganz England und Irland findet man Stätten und/oder Quellen, die ihren Namen tragen oder deren Heilkraft ihr zugeschrieben wird. Dabei handelt es sich teilweise sogar um christliche Kapellen. Doch die Göttin war nicht nur im keltischen Irland zuhause! Viele Orte in Mitteleuropa erinnern noch heute an ihren Namen: die Birgitzer Alm mit dem Birgitzköpfl in Tirol, die Brigitta-Kirche im 20.Wiener Gemeindebezirk, die Hauptstadt Vorarlbergs: Bregenz; Burgund...

Nach ihr sind Flüsse, Städte, Landstriche benannt


Brigid war die mächtigste und beliebteste Göttin Irlands – alte keltische Muttergöttin.


Das keltische Imbolc-Fest ist der Brigid gewidmet: heilige Feuer werden entfacht, denn das Symbol der dreifaltigen Brigid (es heißt, dass sie noch zwei Schwestern hat, die ebenfalls den Namen Brigid tragen) ist das Feuer.


Die Göttin Brigid ist zuständig für die Poesie, für die Schmiedekunst, für Inspiration und Heilung. Sie wacht über Goldschmiede wie auch Waffenschmiede, lehrt den Gebrauch von Waffen und ist Beschützerin der Krieger. Weiter stehen der häusliche Herd und die Heilkunst, der Frühling und die Erde unter Brigids Schutz. Sie ist die Göttin mit dem berühmten Kessel, der als Symbol für Nahrung, Heilung und Erschaffung alles Lebendigen steht und aus dem sie alles schöpft, was eine braucht.


Brigids Baum ist die Eberesche oder die Birke, Bäume, die im keltischen Kalender die Monate Jänner – Feber zugeordnet werden. Beides sind Bäume, die Lebenskräfte verkörpern, Kräfte der Reinigung, der Anregung und Neubelebung.